Gasthaus zur Sonne: Ein südoberschwäbisches Bauernhaus: Gemeinde Schlier

Gasthaus zur Sonne: Ein südoberschwäbisches Bauernhaus: Gemeinde Schlier

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Älteste Fotografie vom „Gasthaus zur Sonne“, aufgenommen um 1920. Es ist heute eines der wenigen, nahezu unveränderten Gebäude in der Gemeinde Schlier.
Das ehemalige „Gasthaus zur Sonne" in seinem heutigen Zustand.
Hofstelle des „Gasthaus zur Sonne“ in der Urnummernkarte von 1825: Wohnhaus, westlich gelegene Scheuer und Ofenküche am Bach gruppieren sich um den Hofraum. Rechts die alte Kapelle, abgebrochen in den 1820er-Jahren.

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Ehemaliges Gasthaus zur Sonne. Ein südoberschwäbisches Bauernhaus

Text: Dr. Marcus Hörenberg

1702 durch die Familie Gomm in Bohlenständerbauweise erbaut als Lehenshof des Klosters Weingarten. Ursprünglich kamen die Gomm vermutlich aus Vorarlberg, sie wurden durch das Kloster ab der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts in Schlier angesiedelt. Das Klosteramt reagierte damit auf die weitgehende Entvölkerung des ländlichen Oberschwabens während des Dreißigjährigen Kriegs und der Pestzeit. Im Weingartner Abtsbuch findet sich eine Begehung des Klostergebietes durch zurückgekehrte Patres im November 1637. Für Schlier werden ganze fünf überlebende Familien, insgesamt elf Personen, vermeldet.

Seit 1742/43 ordnete das Kloster Weingarten jedem seiner Höfe einen Heiligennamen zu. Der Anfangsbuchstabe des Heiligen richtete sich dabei stets nach dem Ortsnamen. Die Holztafel mit dem Hausheiligen „St. Samson“ war ehemals über der Haustüre angebracht.

Familie Gomm tauschte ihr Anwesen gegen den Stöcklisbergerhof der Familie Moosmann bei Wetzisreute ein. Franz Josef Moosmann (1786–1870) begründete 1822 eine Gasthoftradition, die bis 1967 fortgeführt wurde, zuletzt durch seinen Urenkel Vinzenz Moosmann (1913–1998).

Neben der Gastwirtschaft trieb Familie Moosmann immer auch die landwirtschaftliche Hofstelle um. Vinzenz, der im Zweiten Weltkrieg einen Arm verlor, heiratete nie und wurde bei der Bewirtschaftung von seinen ebenfalls ledig gebliebenen Geschwistern Klara, Josefine und Gebhard unterstützt. Altersbedingt musste die Landwirtschaft Anfang der 1990er-Jahre aufgegeben werden. Als letzte der Geschwister starb Klara Moosmann im Jahr 2001.

Das historische „Gasthaus zur Sonne“ in Schlier

„Ein Blick über die Stadtgrenzen hinaus: Das historische Gasthaus zur Sonne in Schlier“ von Dr. Marcus Hörenberg in „Altstadtaspekte“, herausgegeben vom Bürgerforum Altstadt Ravensburg e. V., 2009. 

Lesen Sie hier den ausführlichen Artikel PDF-Dokument515,78 KB

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Bildnachweis

Historische Abbildung Gasthaus zur Sonne; Familienfoto: Privatbesitz Franz Moosmann 
Abbildung St. Samson: P. Columban Buhl: Die Gemeinde Schlier. Zwischen Schussental und Altdorfer Wald, Verlag Wildfried Eppe, Bergatreute, 1985, S. 76.
Abbildungen vom Gebäude nach der Renovierung: Ulrich Julius Jassniger
Abbildung Urnummernkarte von 1825: Landkreis Ravensburg, Vermessungs- und Flurneuordnungsamt